Mit einem großen Lächeln nahm M. Gerstenhauer am 29. Oktober bei der Bestenehrung der IHK zu Leipzig seine Urkunde entgegen.
Darauf steht: Bester Jungfacharbeiter 2026 – Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Eine Auszeichnung, die seine hervorragenden Leistungen bei der IHK-Abschlussprüfung würdigt.
Als frisch ausgebildeter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung gehört er damit zu den ausgezeichneten Absolventen des Jahres 2026. Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung ehrt die IHK zu Leipzig junge Fachkräfte, die ihre Ausbildung mit besonders guten Ergebnissen abgeschlossen haben. Für M. Gerstenhauer ist dieser Moment ein besonderer Erfolg, auch wenn er es selbst noch immer kaum glauben kann.
Dass er einmal zu den Besten seines Jahrgangs gehören würde, war nicht selbstverständlich. Sein Interesse an Computern begleitet ihn jedoch schon lange. Mit der Zeit entwickelte sich daraus die Begeisterung für die Programmierung und schließlich der Wunsch, beruflich in diesem Bereich Fuß zu fassen.
Sein Weg führte ihn zunächst über die BOB, eine Vorbereitungsmaßnahme des BTZ am BFW, in Chemnitz hin zur Inklusionsgestützten Erstausbildung (IngE) in Leipzig.
Im Interview berichtet er von seinem Weg durch die Ausbildung und was der erfolgreiche Abschluss und die Auszeichnung für ihn persönlich bedeuten.
BFW Leipzig: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Auszeichnung als bester Fachinformatiker im Fachbereich Anwendungsentwicklung im Kammerbezirk Leipzig! Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie von dieser besonderen Ehrung erfahren haben? Was bedeutet diese Anerkennung persönlich für Sie?
M. Gerstenhauer: Um ehrlich zu sein, dachte ich zuerst, dass die Mail, die ich hierzu bekam, nicht echt war. Ich konnte nicht wirklich glauben, dass ich so etwas jemals erreichen könnte. Später wurde mir bestätigt, dass es tatsächlich echt ist, und trotzdem fällt es mir schwer, das zu glauben. Ich habe es mittlerweile akzeptiert und würde sagen, dass es recht gut für mein Selbstvertrauen ist.
BFW Leipzig: Erinnern Sie sich noch an den Moment, als Sie sich für die Ausbildung zum Fachinformatiker entschieden haben? Was hat Sie an diesem Beruf besonders interessiert?
M. Gerstenhauer: Ich war schon immer an Computern interessiert, besonders an Videospielen. Ich selbst hatte, als ich noch jünger war, keine wirkliche Meinung, was ich später mal machen wollte. Mein Umfeld meinte, ich sollte irgendwas in IT machen, das sollte ein sicheres Feld sein, wo man mal viel verdienen kann. Mit der Zeit habe ich dann ein starkes Interesse für die Programmierung entwickelt, wodurch ich mich im Endeffekt für die Ausbildung in der Anwendungsentwicklung entschieden habe. Später bin ich über mehrere Wege zum BTZ am BFW gekommen, wo ich von der IngE erfahren habe. Ich dachte mir, dass eine solche gestützte Ausbildung ganz gut für mich wäre. Es war nicht wirklich ein einzelner Moment als solcher, mehr ein längerfristiger Prozess.
BFW Leipzig: Wenn Sie auf Ihre Ausbildungszeit zurückblicken: Welche Erlebnisse oder Momente sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben und welche Herausforderung mussten Sie meistern?
M. Gerstenhauer: Die Ausbildung war wahrscheinlich eine der besten Zeiten meines Lebens, geprägt von meinen Mit-Azubis. Viele Momente, die wir gemeinsam verbrachten, bleiben mir wahrscheinlich noch lange in Erinnerung. Die größte Herausforderung war wahrscheinlich die Projektarbeit am Ende der Ausbildung. Sie fühlte sich so an, als müsste man in 100 Worten sagen, was man auch in 10 sagen könnte, und sie somit unnötig in die Länge ziehen.
BFW Leipzig: Gab es Momente, in denen Sie selbst überrascht waren, was Sie alles erreichen können?
M. Gerstenhauer: Während der Ausbildung sollte ich ein Projekt, an dem ich längere Zeit gearbeitet habe, vor den Sozialpädagogen vorstellen. Ich würde von mir behaupten, dass ich nicht sehr gut im präsentieren bin. Trotzdem wurde mir ziemlich oft gesagt, dass ich das Ganze sehr gut gemeistert habe.
BFW Leipzig: Die IngE verbindet fachliche Ausbildung mit individueller Unterstützung. Wie haben Sie die Begleitung durch Ihre Ausbilderin und das multiprofessionelle Team erlebt?
M. Gerstenhauer: Die Begleitung habe ich persönlich als sehr positiv erlebt. Ich hatte im Vergleich zu anderen Teilnehmern wahrscheinlich etwas weniger Anspruch an das Team, aber wenn ich mal Fragen hatte oder Hilfe brauchte, wurde mir stets gut geholfen. Die Person, an die ich mich häufiger gewendet habe, war meine Ausbilderin. Ohne sie hätte ich wahrscheinlich bei Weitem kein so gutes Ergebnis erzielt. Besonders für die Prüfungsvorbereitung mit ihr bin ich sehr dankbar.
BFW Leipzig: Wie geht es für Sie nach Ihrem erfolgreichen Ausbildungsabschluss weiter? Welche beruflichen Ziele oder Wünsche haben Sie für die Zukunft?
M. Gerstenhauer: Hier wird es ein wenig schwieriger. Der Jobmarkt in der IT ist momentan nicht gut. Es ist recht mühsam, eine Stelle zu finden, die kein Studium oder 5 Jahre Berufserfahrung verlangt. Trotzdem geht die Suche weiter, und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann definitiv etwas finden werde.
BFW Leipzig: Was würden Sie anderen Menschen raten, die sich für eine Ausbildung im IT-Bereich interessieren, aber noch unsicher sind, ob sie diesen Weg schaffen können?
M. Gerstenhauer: Wie bereits erwähnt, ist es momentan schwierig, einen Job in der Branche zu finden. Es ist sehr gut möglich, dass es in drei Jahren wieder besser aussieht, daher würde ich sagen, wenn man sich für Programmierung interessiert, dann ist die Ausbildung nichts Schlechtes und definitiv zu empfehlen.
BFW Leipzig: Wenn Sie Ihre Ausbildungszeit in drei Worten beschreiben müssten: Welche wären das?
M. Gerstenhauer: Bitte gerne wieder. 🙂