Wie beeinflussen Instagram, TikTok & Co. unser Körperbild? Welche Auswirkungen haben mediale Trends auf die Identitätsentwicklung? Und wie kann Prävention von Essstörungen in der digitalen Lebenswelt gelingen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 21. NESSA-Netzwerktreffen am 30. September 2026 im BTZ am BFW in Leipzig.
Rund 60 Fachgäste aus unterschiedlichen Bereichen kamen zusammen, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren, Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Im Mittelpunkt standen dabei die Themen Körperbild, soziale Medien, Essstörungen und Prävention.
Das NESSA – Netzwerk Essstörungen Sachsen – schafft seit vielen Jahren eine Plattform für Fachkräfte und Institutionen, die sich mit Essstörungen beschäftigen. Das BTZ am BFW in Leipzig bot für das diesjährige Netzwerktreffen wieder einen passenden Rahmen für fachlichen Austausch und Vernetzung.
Körperbilder im digitalen Zeitalter: Was machen Soziale Medien mit uns?
Nach der Begrüßung und Einführung durch BTZ-Fachbereichsleiter Marko Daubitz startete das Netzwerktreffen mit einem wissenschaftlichen Blick auf die Wirkung medialer Trends.
Dr. Maya Götz widmete sich in ihrem Fachvortrag dem Thema „Körperbild und Essstörungen im Zusammenhang mit medialen Trends“. Im Fokus standen dabei unter anderem der Einfluss von Medien auf die Identitätsentwicklung und die Selbstdarstellung in sozialen Medien.
Social Media ist längst ein fester Bestandteil des Alltags, insbesondere für junge Menschen. Bilder, Videos und Trends vermitteln dabei Vorstellungen davon, wie ein Körper aussehen, wie man sich präsentieren und welchem Schönheitsideal man entsprechen sollte. Gleichzeitig ermöglicht die digitale Welt jedem Menschen, selbst zum Produzenten von Bildern und Inhalten zu werden.
Der Vortrag machte deutlich, wie komplex das Zusammenspiel von medialen Einflüssen, Selbstwahrnehmung, Identitätsentwicklung und Körperbild ist. Für die Prävention und Begleitung von Menschen mit Essstörungen ergeben sich daraus wichtige Fragen: Wie können Fachkräfte digitale Lebenswelten besser verstehen? Wo liegen Risiken? Und welche Chancen bieten soziale Medien für Aufklärung und Prävention?
Wissen teilen, Kontakte knüpfen, Perspektiven verbinden
Neben den Fachvorträgen kam auch das persönliche Miteinander nicht zu kurz. Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnten die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch kommen und bestehende Kontakte vertiefen. Es wurde intensiv diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und neue Verbindungen geknüpft. Gerade ein Netzwerk wie NESSA lebt davon, dass unterschiedliche Fachrichtungen und Institutionen miteinander ins Gespräch kommen.
Denn die Arbeit mit essgestörten Menschen ist vielseitig und erfordert häufig das Zusammenspiel verschiedener Professionen. Medizinische, psychologische, therapeutische, pädagogische und soziale Perspektiven können dabei wichtige Bausteine einer ganzheitlichen Unterstützung sein.
Prävention braucht neue Wege
Im zweiten Teil der Veranstaltung richtete sich der Blick auf die praktische Präventionsarbeit. Linda Klink sprach über Prävention und Social Media und gab dabei auch Einblicke in die Erfahrungen von MindBody. Der Praxisbezug ergänzte die wissenschaftliche Perspektive des ersten Fachvortrags und zeigte, wie wichtig zeitgemäße Präventionsangebote sind, die die Lebenswelt der Menschen tatsächlich erreichen.
Dabei wurde deutlich: Prävention bedeutet nicht nur, über Risiken zu informieren. Sie bedeutet auch, Menschen zu stärken, Selbstwahrnehmung und Medienkompetenz zu fördern und frühzeitig Unterstützung anzubieten.
Gerade soziale Medien stellen Fachkräfte dabei vor neue Herausforderungen und bieten gleichzeitig aber auch Möglichkeiten, Wissen niedrigschwellig zu vermitteln und junge Menschen dort zu erreichen, wo sie einen großen Teil ihres Alltags verbringen.
Essstörungen im BTZ am BFW Leipzig: Fachwissen trifft berufliche Rehabilitation
Auch am BTZ am BFW Leipzig spielt das Thema Essstörungen eine wichtige Rolle. Menschen, die aufgrund gesundheitlicher oder psychosozialer Belastungen Unterstützung bei ihrer beruflichen Neuorientierung benötigen, bringen sehr unterschiedliche Lebensgeschichten und Unterstützungsbedarfe mit.
Im Rahmen der beruflichen Rehabilitation arbeitet das BTZ deshalb multiprofessionell. Psychologische und sozialpädagogische Unterstützung wird mit beruflicher Qualifizierung und individuellen Angeboten verbunden.
Essstörungen gehören dabei zu den besonderen fachlichen Themenfeldern des BTZ am BFW Leipzig. Ein differenzierter Blick auf die individuelle Situation der Teilnehmenden ist entscheidend, um Stabilisierung, berufliche Entwicklung und langfristige Integration miteinander zu verbinden.
Die Vernetzung mit Fachstellen und Expertinnen und Experten, wie beispielsweise über NESSA, ermöglicht es, Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln und Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammenzuführen.
NESSA: Gemeinsam für mehr Wissen, Prävention und Unterstützung
Das 21. NESSA-Netzwerktreffen hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist. Rund 60 Teilnehmende, spannende Impulse und zahlreiche Gespräche machten den 30. September im BFW Leipzig zu einem Abend voller neuer Perspektiven.
Unser besonderer Dank gilt den Referierenden Dr. Maya Götz, Linda Klink und Marko Daubitz sowie allen Gästen, die mit ihren Fragen, Erfahrungen und ihrem Engagement zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben.
Wir freuen uns auf das nächste Netzwerktreffen und auf viele weitere Gespräche, neue Impulse und gemeinsame Ideen rund um das Thema Essstörungen.
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Das Berufliche Trainingszentrum (BTZ) am BFW Leipzig unterstützt Menschen mit gesundheitlichen und psychischen Belastungen auf ihrem Weg zurück in das Berufsleben. Dabei verbinden wir berufliche Orientierung und Qualifizierung mit individueller psychosozialer Unterstützung.
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